Nachbarrecht

Zur Verantwortlichkeit des Eigentümers für Schäden am Nachbarhaus, die durch seine Handwerker verursacht werden

Ein Grundstückseigentümer haftet gegenüber seinem Nachbarn, wenn der von ihm beauftragte Handwerker am Nachbarhaus einen Brandschaden verursacht.

Anspruchsgrundlage ist der nachbarrechtliche Ausgleichsanspruch in § 906 Abs. 2 Satz 2 BGB. Dabei bleibt es ohne Belang, ob der Eigentümer den beauftragten Handwerker sorgfältig ausgewählt hat. Maßgebend ist es im Rahmen des nachbarlichen Ausgleichsanspruchs nur, ob es Gründe gibt, die aufgetretene Störung dem Verantwortungsbereich des Eigentümers zuzuordnen.

Diese Zuordnung ist vorzunehmen, da die Vornahme der Handwerkerarbeiten von den Eigentümern veranlasst wurde. Auch dass die konkrete Ausführungsart der schädigenden Handwerkerarbeiten vom Eigentümer nicht vorgegeben war, bleibt unerheblich. Denn mit der Beauftragung der Dacharbeiten hat der Eigentümer eine Gefahrenquelle geschaffen. Damit beruht der bei Auftragsausführung verursachte Brand auf Umständen, die dem Einflussbereich des Eigentümers zuzurechnen sind. Reguliert der Feuerversicherer des Nachbarn den Brandschaden, kann er nach § 86 Abs. 1 Satz 1 VVG Regress nehmen (BGH, Urteil vom 9. Februar 2018 - V ZR 311/16, www.bundesgerichtshof.de).

Rechtsanwalt Dr. Hans Reinold Horst, Hannover / Solingen